Stillen schtzt

Nur wenige Bereiche des menschlichen Lebens werden von Modeerscheinungen und medizinischen Ideologien so sehr beeinflut wie Schwangerschaft, Geburt und Stillen. Noch vor 40 Jahren stillte eine Mutter ihr Kind, weil es keinen geeingeten Nahrungsersatz fr Suglinge gab. Wer zuviel Milch hatte, pumpte sie ab und versorgte andere Kinder damit. Die Mutter meiner Freundin Heike hatte bei der Geburt ihres ersten Kindes vor 43 Jahren soviel Milch, da sie drei Wochen lang tglich einen dreiviertel Liter abpumpte und rasch zur nchsten Suglingsstation brachte. Pro Liter bekam sie 20 Mark – fr damalige Verhltnisse berdurchschnittlich viel Geld.

Vor etwa 35 Jahren kam die adaptierte Babynahrung auf den Markt. Pltzlich war Stillen unmodern – messen, einteilen und Pulver verrhren galt als fortschrittlicher. Die Hersteller von industrieller Babynahrung waren an der Flascheneuphorie mageblich beteiligt. Als ihre Produkte in der dritten Welt angepriesen wurden, gab es fatale Folgen: Suglinge aus Afrika, die bis dahin durchs Stillen in den ersten Lebensjahren vor Infektionen und Unterernhrung relativ geschtzt waren, starben unter den dortigen hygienischen Verhltnissen. Das Wasser war keimverseucht, die Milch falsch zubereitet und wenig nahrhaft.

Dabei hat das Stillen entscheidende Vorteile. So frdert es bei der Mutter dieRckbildungsvorgnge in der Gebrmutter und beugt damit starkten Blutverlusten und Infektionen vor. Das Baby bekommt durch die Muttermilch die optimale Nhrstoffzusammensetzung: Sie ist genau auf die Bedrfnisse des Suglings abgestimmt und enthlt wichtige Abwehrstoffe, die das Kind vor Erkrankungen schtzen. Muttermilch ist im Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln frei von allergieauslsenden Bestandteilen.