Dreimonatsspritze
Vielen Frauen ist die Anwendung eines Gestagens (Gelbkörperhormons) als alleiniges Mittel zur Verhütung unbekannt. Bei dieser Art der Verhütung liegen sowohl die orale Einnahme des Gestagens (Minipille) als auch das Depot-Gestagen (Langzeitverhütung) im Trend. Die in Depot-Gestagenen verwendeten Substanzen sind Levonorgestrel, Etonogestrel, Norethisteronacetat und Medroxyprogesteronacetat (MPA). Deren Pearl-Index schwankt zwischen 0,0 und 2,9.

Daher handelt es sich bei den derzeitig angebotenen Möglichkeiten einer Langzeitverhütung mit Depot-Gestagenen, nämlich der , dem und der , um überhaupt. Außerdem kommen Depot-Gestagene als Verhütungsmittel dann in Frage, wenn die Gabe von Östrogenen kontraindiziert ist oder nicht gewünscht wird. Kontraindikationen für die Gabe von Östrogenen sind u.a. Bluthochdruck, Thromboembolien (auch familienanamnestisch), Raucherinnen über 30 Jahre, Fettstoffwechselstörungen und periphere Gefäßerkrankungen.

Die Dreimonatsspritze
ist seit Jahren ein bewährtes Verhütungsmittel, auch während der Stillzeit. Denn anders als bei der Pille wird die Quantität der Muttermilch bei der Dreimonatsspritze nicht beeinträchtigt. Studien haben zudem gezeigt, dass es auch keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes gibt. Die kontrazeptive Wirkung ist vollständig reversibel. Die spätere Empfängnisfähigkeit wird daher nicht beeinträchtigt.

Migräne, Dysmenorrhoe und das prämenstruelle Syndrom werden unterdrückt


Medizinische Indikationen
für die Gabe von Depot-Gestagenen sind zyklische Menstruationsbeschwerden ( Dysmenorrhoe) wie starke Unterbauchbeschwerden und Rückenschmerzen. Die zyklische Migräne wird durch die Anwendung von Gestagenen unterdrückt. Das prämenstruelle Syndrom (PMS) wie depressive Verstimmungen, verminderte körperliche und seelische Belastbarkeit, Brustspannen u.a. wird durch die Anwendung gebessert.

{mospagebreak}Die Atrophie des Endometriums (Schrumpfung der Gebärmutterschleimhaut, das früher als Nebenwirkung galt, wird heute therapeutisch genutzt. Hierdurch kommt es während der Behandlung langfristig zu einer Blutungsfreiheit (Amenorrhoe).

Eisenmangel wird vermieden


Durch diese Blutungsfreiheit wird auch ein Eisenmangel durch menstruellen Blutverlust, insbesondere bei Frauen mit starken und verlängerten Blutungen, vermieden.

Eine Erhöhung des Karzinomrisikos konnte bisher ebenfalls nicht festgestellt werden. Beim Endometrium-Karzinom ergibt sich sogar eine deutliche Risikoreduktion.

Eine EMNID-Studie aus dem Jahre 2000 besagt, dass nur ca. 29 % der Frauen eine monatliche Menstruation wollen, während 41% eine monatliche Blutung ablehnen. Gründe dafür sind anfänglich geringe, dann entfallende Menstruationsbeschwerden (67%), eine einfachere Hygiene (53%) und eine damit verbundene höhere Lebensqualität.

Die vom Arzt oder Ärztin alle 3 Monate verabreichte Spritze Dreimonatsspritze kommt auch Frauen entgegen, die Schwierigkeiten mit der pünktlichen Einnahme einer Pille haben. Die diskrete Applikationsform erleichtert die Verhütung für Frauen, für die sich aus religiösen oder kulturellen Wertvorstellungen andere Verhütungsmethoden verbieten.

Die Dreimonatsspritze stellt in vielerlei Hinsicht eine Alternative zu anderen, bekannten Verhütungsmitteln dar. Sie liegt daher ganz besonders im Trend des Wunsches der Frauen, von einer möglichen Blutungsfreiheit bei sicherer Verhütung zu profitieren. Rat suchende Anwenderinnen sollten daher mit ihrem Frauenarzt/-ärztin besprechen, ob diese Art der Verhütung für sie in Frage kommt.