Allgemeines zur Pille
Bereit im Jahre 1951 wurde ein Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons als ein Verhütungsmittel zum Patent angemeldet. Und zwar vom Chemiker Carl Djerassi, der während des Dritten Reiches aus Wien in die USA emigrierte. 1960 wurde die sogenannte Antibabypille in den USA von der FDA zugelassen und nur ein Jahr später, nämlich 1961 brachte die Schering AG mit Avolar die erste deutsche Pille auf den Markt.

Was von vielen Frauen als Segen empfunden wurde, kollidierte mit den herrschenden, (vor allem kirchlichen) Moralvorstellungen. Und so ist es kein Wunder, dass die Pille im Nachkriegsdeutschland nicht unumstritten war und sich gegen zahlreiche Anfeindungen durchsetzen mußte. Die katholische Kirche hat ihre Meinung übrigens in all den Jahrzehnten nicht geändert und der Papst lehnt Verhütung durch die Pille noch immer strikt ab!

Schering als erster Anbieter, führte die Antibabypille als "Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen" ein und sie durfte vorerst nur verheirateten Frauen verschrieben werden. Vier Jahre später, nämlich 1965 brachte die VEB Jenapharm Ovosiston als erste Pille der DDR auf den Markt.

Die erste Pillengeneration enthielt, gemessen an heutigen Präparaten, eine vielfache Menge an Hormonen und so wurde die anfängliche Begeisterung der Frauen durch das Auftreten von hormonell bedingten Nebenwirkungen getrübt. Um die Verträglichkeit weiter zu optimieren und so den individuellen Bedürfnissen der Frauen gerecht zu werden arbeiten pharmazeutische Unternehmen immer noch an unterschiedlichsten Dosierungen und Zusammensetzungen der Pille.

Die Pille und ihre Wirkung


Heute gilt die Pille als eines der sichertsten und beliebtesten Verhütungsmittel, das von rund 30% der gesamten weiblichen Bevölkerung im gebärfähigen Alter zur hormonellen Empfängnisverhütung gewählt wird. Über 50 verschiedene Antibabypillen sind derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich und werden - unabhängig von den verschiedenen Herstellern und Produktnamen – nach ihrer Zusammensetzung und Dosierung in die Gruppe der Kombinations- oder die der Monopräparate eingeteilt. Dabei sind die wirksamen Bestandteile entweder eine Kombination aus den synthetisch hergestellten Hormonen Östrogen und Gestagen, oder sie enthalten als wirksamen Bestandteil nur das Hormon Gestagen in unterschiedlicher Konzentration.

In der Pille entfalten Östrogen und Gestagen, beide Hormone spielen eine entscheidende Rolle im weiblichen Zyklus, gemeinsam folgende Wirkung:
  • durch die künstliche Zufuhr wird einen Anstieg beider Hormone im Blut bewirkt
  • dem Körper wird dadurch eine Schwangerschaft „vorgetäuscht“
  • die Ausschüttung von körpereigenen Hormonen zur Eireifung wird verringert
  • Eireifung und Eisprung finden nicht statt
  • eine Befruchtung ist nicht möglich
Gestagen besitzt verschiedene „schwangerschaftsverhütende“ Eigenschaften:
  • Hemmung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut
  • Erhöhung der Undurchlässigkeit des Schleims am Gebärmutterhals, dadurch Verhinderung des Eintritts von Samenzellen in die Gebärmutter
  • Störung des Transports der Eizelle im Eileiter