Das Frauen Kondom
Was dem Mann sein Kondom ist, ist der Frau ihr „Femidom“. Es leitet sich ab aus den zwei Wörtern „Kondom“ und „feminin“ – und ist in der Tat ein Frauenkondom.

Die Idee dieses Spezialkondoms hatte Mitte der achtziger Jahre der dänische Arzt Dr. Lasse Hessel. Er entwickelte erstmals eine Barrieremethode, die Frauen doppelten Schutz garantiert: zum einen einen Verhütungsschutz und einen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

In USA, England und der Schweiz ist das Femidom (so der Markenname) seit wenigen Jahren auf dem Markt. In Deutschland ist es bisher noch nicht zugelassen – kann aber jederzeit problemlos über die internationalen Apotheken bestellt werden.
 
Passend für „jederfrau“

Femidom gibt es in einer Standardgröße. Es ist mit seinen 17 Zentimetern ungefähr so groß wie ein benutztes Kondom aber mit 7,5 Zentimetern doppelt so breit. Im Unterschied zum herkömmlichen Kondom „wächst“ Femidom nicht nach Gebrauch – es bleibt also während dem Einsatz in seiner ursprünglichen Größe. Die Standardgröße hat einen entscheidenden Vorteil: Femidom muß nicht vom Arzt angepaßt werden.
 
Beschreibung

Femidom ist ein oben verschlossener Schlauch aus Polyurethan – das ist ein körperfreundlicher Kunststoff, ähnlich wie eine durchsichtige Lebensmittelfolie. Am oberen Ende ist der Schlauch abgerundet und verschlossen, nach unten hin ist er offen. Im Inneren befindet sich ein elastischer, dünner Gummiring mit einem Durchmesser von ca. 5,5 Zentimetern. Dieser Ring liegt lose im Schlauch und hat eine wichtige Funktion: Er plaziert die Spitze des Femidoms vor den Gebärmutterhals und legt sich wie ein Diaphragma vor die Portio. Auch dieser Ring „rastet“ in die Nische hinter dem Schambeinknochen und wird von den Scheidenwänden gehalten.

Am unteren Ende gibt es noch einen Ring. Er ist dünner, aber größer (Durchmesser 7 Zentimeter). Dieser elastische Ring bildet einen festen Abschluß. Seine Aufgabe: Er liegt außen vor der Scheide und verhindert, daß Femidom während des Verkehrs in die Vagina hineinrutscht.  Damit ist Femidom auch das bislang einzige Verhütungsmittel, daß für beide Partner von außen sichtbar ist.

Sehr angenehm: Femidom ist weich, erwärmt sich in der Vagina und ist geruchlos.
 
{mospagebreak}Garantiert kein Durchkommen

Femidom kleidet die gesamte Vagina von innen aus. Im inneren ist es mit einem Gleitmittel versehen, damit sich der Penis auch in dieser zweiten Haut wohl fühlen kann. Wer ganz sicher gehen will, kann auch hier ein spermizides Gel hineingeben. Auf diese Weise bietet Femidom doppelten Schutz vor Samenzellen.
 
Anwendung
  • Eingelegt wird das Femidom wie ein Tampon oder ein Diaphragma. Nachdem Sie es aus der Folie herausgenommen haben, drücken Sie den inneren Ring vorsichtig mit Daumen und Mittelfinger zusammen.

  • Hocken oder stellen Sie sich bequem hin, am besten mit einem Bein auf Stuhl oder Bettkante. Spreizen Sie mit der anderen Hand die Schamlippen und führen Sie den inneren Ring zusammengedrückt so tief wie möglich in die Vagina. Schieben Sie dann das Femidom noch einmal mit einem Finger nach.

  • Fühlen Sie dann noch einmal, ob der innere Ring auch tatsächlich in der Nische hinter dem Schambeinknochen liegt. Sie sollten also den Ring tasten können, wenn Sie einen Finger in der Scheide nach vorne, also in Richtung des Bauches krümmen.

  • Der äußere Ring des offenen Ende muß vor den Schamlippen liegen bleiben. Er soll verhindern, daß Femidom während des Verkehrs in der Vagina verschwindet. Abbildung: Zeichnung, wie Femidom sitzt und wie es wieder herausgeholt wird.

  • Herausnehmen
Wichtig ist, daß Femidom für den einmaligen Gebrauch bestimmt ist. Sie müssen es nicht sofort nach dem Verkehr herausziehen. Wenn Sie es herausnehmen: den äußeren Ring am besten einmal um 360° drehen, damit kein Sperma zurücklaufen kann. Dann Femidom einfach sanft herausziehen.
 
Sicherheit

Die bisher vorliegenden Studien weichen in ihrer Beurteilung bezüglich der Zuverlässigkeit stark voneinander ab. Im günstigsten Fall kann mit einer ähnlich hohen Sicherheit wie bei einem herkömmlichen Kondom gerechnet werden. In einer sechsmonatigen Studie in Amerika sah das Ergebnis allerdings weniger vielversprechend aus: Dort lag die Versagerquote bei rund 25 Prozent.
 
Kosten

Femidom gibt es im Dreierpack für ca. 18 Mark – ausschließlich in internationalen Apotheken oder direkt in Amerika, England und der Schweiz.
 
{mospagebreak}Vorteile der Methode
  • Femidom greift nicht in den Organismus der Frau ein und beeinflußt nicht den Zyklus

  • Femidom kann bereits vorausschauend, also einige Stunden vor dem Verkehr eingesetzt werden. Das Liebesspiel muß nicht extra unterbrochen werden

  • Sein Material ist stabiler als der Naturgummi (Latex) der üblichen Kondome

  • Das Frauenkondom ist das einzige, was Frauen doppelt schützt: Vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten

  • Femidom muß nicht sofort nach dem Verkehr herausgezogen werden, da es in der Scheide liegt und nicht von der Penisgröße abhängig ist. Das erlaubt noch Zeit zum harmonischen Miteinander

  • Dieses Kondom gibt es in einer Größe und muß nicht angepaßt werden

  • Femidom ist weich, geruchlos und geeignet für Personen, die auf Latex allergisch reagieren oder an einer Zystitis (Blasenentzündung) oder anderen chronischen Infektionen leiden
 
Nachteile der Methode
  • Die Einheitsgröße hat auch Nachteile: Nicht bei allen Frauen sitzt Femidom gleich gut

  • Beim Auspacken und Einführen kann Femidom etwas rascheln und knistern.

  • Anfangs beim Einführen kann sich Femidom kalt anfühlen

  • Femidom ist von außen sichtbar – geheimhalten ist nicht drin

  • In seltenen Fällen ist es möglich, daß der Penis seine Position verfehlt und neben dem Femidom eindringt
Diese Methode ist nicht sinnvoll für...
  • es gibt keine Angaben, für wen Femidom nicht geeignet sein soll