Das Diaphragma
Das Diaphragma

Das Wort Diaphragma stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Zwischen – oder Scheidewand. Diaphragma lautet auch die anatomische Übersetzung für Zwerchfell – das ist die Zwischenwand zwischen Brustraum und Bauchraum. Aus Sicht der Verhütung ist das Diaphragma eine weiche, gummiartige Kappe, die vor den Gebärmuttermund geschoben wird und somit verhindert, daß Spermien in den Gebärmutterhals eindringen.

Fast jede Frau kennt den Ausdruck Diaphragma und weiß, daß es sich um ein Verhütungsmittel handelt. Doch die wenigsten haben eine konkrete Vorstellung, wie ein Diaphragma aussieht und wie es funktioniert.
 
Beschreibung

Das Diaphragma ist eine weiche, kuppelförmige Kappe aus dünnem Naturgummi (Latex) mit einem dicken, elastischem Rand. In ihm ist eine feine Spiralfeder aus Metall eingearbeitet. Sie gibt dem Diaphragma die notwendige Spannkraft. Zum Einführen in die Vagina drückt die Frau es mit zwei Fingern zu einer Art Schiffchen zusammen. Dort liegt es dann zwischen dem hinterem Scheidengewölbe und Schambein und wird von den Scheidenwänden festgehalten.

Es können sehr wohl noch Spermien über den Diaphragma-Rand krabbeln und auf diese Weise zum Muttermund gelangen. Das ist der Grund, warum ein Diaphragma nur in Kombination mit einem spermienabtötenden- oder behindernden Gel wirksam ist. Erst dann erreicht es seine hohe Zuverlässigkeit.
 
Die Anpassung

Jede Vagina ist anders – deshalb gibt es Diaphragmen in unterschiedlichen Größen. Maßgebend ist der Abstand zwischen Venusknochen und Gebärmutterhals – er entscheidet, welcher Durchmesser von 55 bis 110 Millimeter der richtige ist.

Grundregel: Das größte Diaphragma, das die Frau nach dem Einsetzen nicht spürt, ist das richtige.
 
{mospagebreak}Anwendung

Das Einführen des Diaphragmas ist so einfach wie das Einführen eines Tampons. Auch hier gilt: Übung macht die Meisterin – Sie sollten also vor dem „Ernstfall“ den Einsatz ein paar mal proben.
 
So funktioniert’s:
  • Waschen Sie sich die Hände – steril brauchen sie nicht zu sein. Der Penis ist es auch nicht.
  • Geben Sie etwas Gel in die Kuhle des Diaphragmas - etwa die Menge eines Teelöffels. Entgegen dem beiligenden Diaphragma Beipackzettel sollten Sie auf den Rand kein Gel auftragen. Das bietet keinen zusätzlichen Schutz sondern erschwert nur das Einführen in die Vagina. Gel auf dem Rand hat an der Stelle keine effektive samenabtötende- oder behindernde Wirkung.
  • Drücken Sie dann den Rand mit Daumen und Zeigefinger in der Mitte zusammen, dann wird das Diaphragma schmaler. So halten Sie es richtig im Griff.
  • Hocken oder stellen Sie sich bequem hin, am besten mit einem Bein auf Bettkante oder Stuhl. Öffnen Sie mit der anderen Hand die Schamlippen und führen Sie das Diaphragma nach und nach so tief wie möglich in die Vagina ein. Das ist beim ersten mal gar nicht so einfach, denn es ist glitschig. Wichtig ist, daß das Gel weitgehend in der Kuhle bleibt, damit es tatsächlich zusammen mit dem Diaphragma zum Gebärmutterhals kommt.
  • Sobald Sie das Diaphragma loslassen, öffnet es sich wieder und bedeckt mit der hinteren Hälfte den Gebärmutterhals wie ein kleiner Regenschirm. Schieben Sie nun den vorderen Rand ähnlich wie ein Tampon weiter nach oben, bis es nicht weiter geht. Wenn Sie jetzt die Beckenbodenmuskeln so anspannen, als würden sie die gesamte Vagina in den Bauch einziehen, „rastet“ das Diaphragma genau dort ein, wo es hin soll: Hinter einen kleinen Vorsprung, den Venusknochen. Er ist mit einer Fettschicht gepolstert und bietet eine Art Nische. Hier drin sitzt das Diaphragma mit seinem vorderen Rand, der hintere Rand liegt hinter dem Gebärmutterhals.
Wichtig: Überprüfen Sie jetzt noch einmal den Sitz. Führen Sie dazu den Mittelfinger in die Vagina und tasten Sie den Gebärmutterhals. Er fühlt sich unter der Gummimembran an wie ein kleiner runder Hügel, in der Größe einer Kirsche oder einer Pflaume.

Manchen Frauen fällt es schwer, das Diaphragma mit der Hand einzulegen. Ihnen kann ein spezieller Einführstab helfen. Gibt’s in der Apotheke, inklusiv einer ausführlichen Bedienungsanleitung.
 
{mospagebreak}Verkehrsregeln

Nach dem Verkehr muß das Diaphragma mindestens acht Stunden an Ort und Stelle bleiben. Erst dann können Sie sicher sein, daß auch die hartnäckigsten Spermien durch das samenabtötende Gel K.O. geschlagen sind. In dieser Zeit bitte auf Baden und Schwimmen verzichten (Duschen ist o.K.), denn sobald Wasser in die Vagina gelangt, kann sich das Gel verflüssigen und die spermizide Wirkung beeinflussen.
 
Pflege

Je besser die Pflege, desto länger die Haltbarkeit. Durchschnittlich hält ein Diaphragma ein bis zwei Jahre. Wenn Sie das Diaphragma wieder herausnehmen, sollte es unter fließend lauwarmen Wasser und milder Seife gründlich gereinigt werden. Wer ganz sicher gehen will, kann das Diaphragma auch kurz in einer Essiglösung desinfizieren: Einfach 3 Teile Wasser und 2 Teile Essig (kein Essenz!) ansetzen und das Diaphragma zwei bis drei Stunden darin liegen lassen.
 
Sicherheit

Das Diaphragma ist bei richtiger Anwendung außerordentlich sicher ist. Von 100 Frauen, die das Diaphragma ein Jahr lang benutzt haben, sind 98 Prozent nicht schwanger geworden. Der Pearl-Index liegt demnach bei 2.
 
Die Methode ist nicht sinnvoll...
  • wenn organische Gründe vorliegen: Die Gebärmutter hat sich gesenkt, ungewöhnliche Lage des Gebärmutterhalses, Narben oder Verwachsungen im Scheidenbereich, nach Scheiden oder Darmoperationen oder während des Wochenflusses nach einer Geburt
  • ebenfalls problematisch: Frauen die häufig an Scheideninfektionen leiden