Das kleine Silikon-Ufo: lea contraceptivum
Es dauerte seine Zeit, bis das neue Baby in Sachen Verhütungsmethoden geboren wurde: Über 20 Jahre Forschungsarbeit und die Entwicklung von 150 Prototypen brachten im Jahre 1996 eine gänzlich neue Barrieremethode ans Licht der Welt: lea contraceptivum.

Dabei handelt es sich um ein Pessar, was auf den ersten Blick so ziemlich keine Verbindung mit einem flachen dünnen Diaphragma oder einer hütchenartigen Portiokappe zuläßt. Die einzige Gemeinsamkeit besteht in der Wirkungsweise: lea contraceptivum liegt ebenfalls vor der Portio und stellt für Spermien ein unüberwindbares Hindernis dar.

Mit gewissen Extras

Zugegeben: Im ersten Moment sieht lea contraceptivum leicht erschreckend aus. Das Pessar ist etwas größer als ein Hühnerei, aus einem Stück aus weichem medizinischem Silikon gegossen, mit einem wulstigen Rand, der den Gebärmutterhals fest umschließt. Zusätzlich sind zwei signifikante Extras eingebaut: Ein innenliegendes, zartes und zwei Zentimeter breites Abflußventil und eine robuste Rückholschlaufe.
 
Eine für alle

Von diesem Pessar gibt es nur eine Größe. Der Durchmesser beträgt 5,5 cm. Nach anfänglichen Tests mit unterschiedlichen Größen stellten die Forscher fest, daß diese Universalgröße für alle Frauen passend ist, egal ob es sich um Mädchen, Frauen, die noch nicht geboren haben oder Mütter handelt.
 
Funktion

Das spezielle tassenförmige Design läßt eine Besonderheit zu: lea contraceptivum liegt nicht direkt auf der Portio, sondern umschließt sie. Gehalten wird das Pessar von der Vaginalwand und gleichzeitig von einem Sog: Sobald eine Frau die Silikonkuppe einführt, entweicht Luft durch das Abflußventil. Dadurch entsteht ein schmerzloser Unterdruck, der das Pessar an Ort und Stelle fixiert. Dort kann es bis zu 48 Stunden verharren. Sobald in der Zeit Sekrete aus der Zervix auftreten, können sie durch das Abflußventil ablaufen.
 
{mospagebreak}Doppelt gemoppelt schützt besser

Ein weiterer Vorteil: lea contraceptivum kann, muß aber nicht in Verbindung mit Gel benutzt werden. Die Sicherheit liegt im Sog – dadurch können keine Spermien zum Muttermund gelangen. Frauen, die noch mehr Sicherheit genießen möchten, können aber durchaus ein spermienabtötendes oder –behinderndes Gel benutzen.

Überlisten Sie Ihren Partner: Manche Männer können angesichts der Größe von lea contraceptivum denken, für sie sei kein Platz mehr in der Vagina. Wer clever ist, erzählt erst nach dem Verkehr von der Silikonkuppe. So schalten Sie Vorurteile aus.
 
Herausnehmen

lea contraceptivum muß unbedingt acht Stunden nach dem Verkehr in der Scheide bleiben. Innerhalb von sechs Stunden sterben nämlich die Spermien im sauren Scheidenmileu ab. Sie können das Silikon-Ufo aber ruhig bis zu 48 Stunden an Ort und Stelle lassen. Wenn Sie erneut in dieser Zeit „verkehren“ möchten, kein Problem. Dazu müssen Sie nicht noch einmal extra Gel in die Scheide einführen.

Zum Herausnehmen greifen Sie mit dem Zeigefinger zur Schlaufen und drehen Sie diese dann unter leichtem Ziehen hin und her, bis Sie spüren, daß die Saugwirkung aufgehoben hat. Sie können aber auch mit der Fingerkuppe vorsichtig unter den wulstigen Rand gehen und die Kappe leicht anheben. Dadurch gelangt Luft unter die Silikonkuppe und der Sog ist aufgehoben. Dann können Sie lea contraceptivum problemlos herausziehen.
  
Die Pflege

Nach dem Herausnehmen sollten Sie die Silikonkuppe mit lauwarmen Wasser und milder Seife reinigen. Spülen Sie es sorgfältig ab und tupfen Sie es mit einem Tuch trocken. So können Sie es optimal im beiliegendem Beutelchen aufbewahren.
 
Sicherheit

Studien des Herstellers besagen: Von 100 Frauen, die lea contraceptivum korrekt anwenden, werden ca. 98 Frauen nicht schwanger. Demnach liegt der Pearl-Index bei etwa 2. Die Methode gilt als sicherer in Kombination mit spermizidem oder samenbehinderndem Gel.
 
Die Methode ist nicht sinnvoll bei…
  • Frauen mit Gebärmuttersenkung oder abgeknickter Gebärmutter.