Temperatur messen
Die Körpertemperatur läßt sich im Laufe des Zyklus in zwei Niveaus einteilen: Vor dem Eisprung liegt die Temperatur gewöhnlich unter 37°C und pendelt zwischen 36,5 bis 36,8°C. Nach dem Eisprung steigt sie um mindestens 0,2 –0,4° C an und bleibt auf dieser Hochlage, bis zur nächsten Blutung.

typische Temperaturkurve
typische Temperaturkurve

Hoch-Zeit durch Hormone

Der biologische Auslöser für den Temperaturanstieg ist das Hormon Progesteron. Um die Zeit des Eisprungs beginnt die Progesteronproduktion mit der Folge: die Körpertemperatur steigt deutlich an. Wird das Ei nicht befruchtet, bildet sich der Gelbkörper zurück. Die Progesteronkonzentration nimmt ab, die Temperatur sinkt, nach etwa 10-16 Tagen setzt die Monatsblutung ein.

Darauf kommt’s an

Durch das tägliche Messen läßt sich also ermitteln, daß ein Eisprung stattgefunden hat – weil die Temperatur ansteigt. Außerdem läßt sich ermitteln, wann die unfruchtbaren Tage beginnen. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen findet der Eisprung im Zeitraum von 2 Tagen vor dem Temperaturanstieg bis zu einem Tag nach dem Anstieg statt. Die Körpertemperatur ist aber nicht den ganzen Tag über gleich hoch. Sie unterliegt einem 24-Stunden Rhythmus, wobei die niedrigsten Werte in den frühen Morgenstunden gemessen werden, die höchsten Werte am späten Nachmittag. Damit die Temperaturwerte gleiche Ausgangsbedingungen haben, ist es wichtig, morgens vor dem Aufstehen zu messen.

Die Temperatur, die morgens sofort nach dem Aufwachen registriert wird, heißt Basal-Temperatur (Aufwach- oder Morgentemperatur). Gemessen wird immer an derselben Körperstelle: Entweder im Mund (oral), in der Scheide (vaginal) oder im Darm (rektal). Unter den Achseln bitte nicht messen, diese Werte sind zu ungenau.

Die auf ein halbes Zehntel °C abgelesene Temperatur wird dann mit einem Punkt in der jeweiligen Tagesspalte in ein spezielles Kurvenblatt eingetragen.

{mospagebreak}Was Sie wissen sollten

Es gibt Dinge, die Ihre Körpertemperatur kurzzeitig hochschnellen lassen können. Das ist zum Beispiel ein Schnupfen, eine durchgetanzte Nacht, zuwenig Schlaf oder Streit mit dem Partner. Es kann sein, daß derartige Einflüsse die Temperatur beeinflussen – muß aber nicht sein. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, solche Ereignisse mit ins Kurvenblatt zu übertragen.

Der Zyklus läßt sich in drei Phasen unterscheiden: In die unfruchtbare Phase am Zyklusanfang, die anschließende fruchtbare Phase um den Eisprung und schließlich die unfruchtbare Phase nach dem Eisprung.

Bestimmung der unfruchtbaren Phase nach dem Eisprung

Dazu müssen Sie den Temperaturanstieg ermitteln.
Der Temperaturanstieg hat dann stattgefunden, wenn man drei aufeinanderfolgende Meßwerte findet, die alle höher sind als die 6 vorangegangenen Meßwerte. Die 3. höhere Messung muß mindestens 2/10°C über dem höchsten der vorangegangenen 6 Temperaturwerte liegen.

Tag für Tag wird jeder neue Temperaturwert mit den jeweils 6 vorangegangenen Werten verglichen. Man ermittelt den Meßwert, der erstmals höher liegt als jeder der vorangegangenen Werte – das ist der erste Tag. Kleiner Tip: Hilfreich ist eine Hilfslinie: Dazu können Sie mit einem Bleistift durch den höchsten der 6 niedrigen Werte eine Linie ziehen. Auch der nächste Meßwert muß höher liegen, als jeder der sechs niedrigen Werte (2. Tag). Am dritten Tag gilt eine besondere Bedingung: Der Temperaturwert muß mindestens 2/10°C höher sein als der höchste der 6 niedrigen Meßwerte. Ist diese Bedingung erfüllt, werden die 3 höheren Messungen auf dem Zyklusblatt umrandet – die Temperaturauswertung ist nun abgeschlossen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es wäre schön, wenn alle Zyklen so glatt, bzw. ansteigend verliefen. Die Realität sieht oft anders aus. Bei vielen Frauen steigt die Kurve langsamer als beschrieben an. Hier gelten zwei Sonderregeln:
Ausnahmeregel 1: Ist der 3. Temperaturwert keine 2/10°C höher, muß ein 4. Temperaturwert abgewartet werden. Dieser muß jetzt zwar höher liegen als die 6 vorangegangenen niedrigen Werte, aber nicht unbedingt um 2/10°C.
Ausnahmeregel 2: Zwischen den drei erforderlichen Werten kann eine unter oder auf die Hilfslinie fallen. Dieser Wert darf nicht berücksichtigt werden (wird auch nicht umrandet), ein nächster Wert muß gemessen werden. In diesen Fällen ist ein weiterer, also ein vierter, Sicherheitstag einzulegen.

Wichtig! Regel 1 + 2 dürfen nicht zusammen angewendet werden! Entweder die eine, oder die andere.