An manchen Tagen im Zyklus einer Frau ist der Weg durch den Gebärmutterhals von einem zähen, schwer durchdringbaren Schleim versperrt. Dieser Schleim wird von den Drüsen des Gebärmutterhalses, der Zervix, gebildet. Seine Hauptaufgabe ist vergleichbar mit der eines Tankwarts: Er versorgt ankommende Samenzellen mit Nährstoffen wie Eiweiß und Zucker und tankt sie damit auf für ihre weite Reise. Erwartet sie am Ziel ihrer Reise keine reife
Eizelle, verharren die Samenzellen in den Nischen des Gebärmutterhalses, den sogenannten Krypten. Diese Nischen werden von Zervixschleim umspült und bieten den Samenzellen einen angenehmen Aufenthalt. Hier können sie sich in gemachten Bettchen ausruhen, Nahrung zu sich nehmen und ein paar Tage Kräfte sammeln. Kurzum: Sie lassen es sich richtig gut gehen - wie in einem Grandhotel. Auf diese Weise können sie mehrere Tage überleben und darauf warten, daß der Eisprung stattfindet.
An unfruchtbaren Tagen allerdings ist der Zervixschleim undurch-dringbar und versperrt den Gebärmutterhals wie ein fester Pfropf. Für die Spermien heißt es dann: Kein Durchkommen mehr! Sie verweilen zwar noch vor dem Gebärmutterhals in der Scheide, allerdings nicht sehr lange. An unfruchtbaren Tagen ist das Scheidenmilieu für die Spermien so unangenehm sauer, daß sie innerhalb von ein bis drei Stunden absterben.