Der letzte Schliff fehlt noch

Beim Eintritt in die Vagina sind die Spermien noch nicht voll ausge­reift und können noch kein Ei befruchten. Erst wenn sie in Richtung Gebärmutter losströmen, aktiviert das dort vorhandene Östrogen eine Eiweißsubstanz im Kopf der Spermien, mit der sie überhaupt erst in der Lage sind, in die Eizelle einzudringen. Dieser Vorgang heißt Kapazitation und bedeutet »Befähigung«. Eine Samenzelle ist etwa 0,06 mm lang und mit bloßem Auge nicht er­kennbar. Die Ähnlichkeit mit einer Kaulquappe ist nicht zu leugnen: Sie besteht aus einem Kopf-, Mittel- und Schwanzteil. Im Kopfteil sitzt der Zellkern mit dem Erbgut (Chromosomen).

Der Kopf ist mit dem Mittelteil gelenkartig verbunden, wodurch sich das Spermium schlangenartig fortbewegen kann. Besonders flinke Samenzellen legen ein ordentliches Tempo an den Tag: Sie schaffen etwa von der   3 bis 3,5 mm pro Minute. Diese beachtliche Geschwindigkeit können sie auch über weite Strecken beibehalten. Für die Strecke Scheide über den Gebärmutterhals, die Gebärmutter bis in die Eileiter (etwa 15 cm) brauchen sie rund eine Stunde - vorausgesetzt, es liegen keine Hindernisse im Weg.

TIP! Die Samenzellen tragen keinerlei Nährstoffe mit sich, befördern lediglich die genetische Fracht des Vaters.